Es fällt auf, dass wir seit dem Jahr 2003 im Sommer und Winter sehr warme und trockene und im Frühjahr und Herbst längere warme und nasse Wetterperioden haben. Die stabilen Großwetterlagen können nur entstehen, wenn die Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete über Europa und dem Atlantik beinahe stationär sind.

Aber woran liegt das? Ein Grund hierfür ist laut den Experten des Deutschen Wetterdienstes sicher dem Umstand geschuldet, dass die in unseren Breiten vorherrschende westliche Strömung gestört ist. Diese westliche Strömung stellt sich ein, wenn warme Luft vom Äquator polwärts strömt und umgekehrt kalte Luft von den Polen südwärts vordringt. Dieser Luftaustausch kann aufgrund der Erddrehung nicht direkt erfolgen, sondern nur in Etappen und sorgt andererseits auch für die Ausbildung von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Zwischen hohem Luftdruck im Süden und tiefem Luftdruck im Norden baut sich demnach ein Temperatur- und Druckgradient auf, und zwar sowohl am Boden als auch in der Höhe. Diese Gradienten nehmen mit der Höhe weiter zu und erzeugen so den Jetstream mit extrem hohen Windgeschwindigkeiten, der im Mittel von West nach Ost orientiert ist. Das führt in unseren Breiten zu den so genannten Westlagen. Genau dieser Temperaturunterschied zwischen Süd und Nord nimmt aber aufgrund der mittlerweile auch in klimatologischen Zeiträumen spürbaren Erderwärmung ab, und das vor allem deshalb, weil sich das Arktisumfeld deutlich schneller erwärmt. Dies führt zu einer langsameren Verlagerung der Druckgebilde von West nach Ost bzw. zu sich ständig neu generierenden Wetterlagen.

Deshalb haben wir sehr lange gleichbleibende Wetterlagen in Mitteleuropa. Die heißen und trockenen Sommer verursachen zusätzlich ein erhebliches Regendefizit und damit verbunden zu einer regionalen Abnahme des Grundwasserspiegels mit unkalkulierbaren Langzeitfolgen. -dr-

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